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Open Source vs. proprietäre Software: Chancen, Risiken und Perspektiven für Deutschland
Die digitale Arbeitsumgebung wird von amerikanischen Technologiekonzernen wie Microsoft und Google dominiert. Viele benutzen das Betriebssystem von Microsoft oder Apple und Server liegen in der Amazon-Cloud.
Ein kritischer Blick auf diese Abhängigkeit nimmt in der Gesellschaft zu und gleichzeitig wächst in Europa der Wunsch nach digitaler Souveränität und Unabhängigkeit.
Welche Alternativen gibt es zu GAFAM (Google, Apple, Facebook(heute Meta), Amazon und Microsoft)? Gab es in Deutschland bereits Versuche, eine Alternative zu etablieren? Und welche Vor-und Nachteile bestehen im Vergleich zu proprietärer Software? Antworten darauf gibt es in unserem Blog.
Der Open Source-Markt in Deutschland
Immer mehr Kommunen in Frankreich, Dänemark und Deutschland setzen auf Open-Source-Alternativen zu Windows und Office. Ausschlaggebend sind häufig die Kosten. Selbst eine kleine Verwaltung mit 250 Beschäftigten kann für Lizenzen schnell 100.000 Euro pro Jahr zahlen.
Ergebnisse des „Open Source Monitor 2025“, einer repräsentativen Unternehmensbefragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, zeigen: 73 Prozent der Unternehmen nutzen Open-Source-Software. Vor zwei Jahren waren es 69 Prozent.
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60 Prozent fordern angesichts der geopolitischen Lage stärkere staatliche Investitionen in Open Source. 61 Prozent stehen Open Source ausdrücklich aufgeschlossen gegenüber, 2023 waren es 53 Prozent. Der Anteil der Unternehmen mit einer Open-Source-Strategie stieg von 32 Prozent im Jahr 2023 auf 37 Prozent.
Als größten Vorteil nennen Unternehmen Kosteneinsparungen, gefolgt vom Zugriff auf den Quellcode. Gegen Open Source sprechen vor allem fehlende Fachkräfte und eine unklare Gewährleistungssituation. Der Anteil derjenigen, die in Open Source eine Erhöhung der digitalen Souveränität sehen, stieg von 4 Prozent im Jahr 2023 auf 9 Prozent im Jahr 2025.

Gleichzeitig halbierte sich der Anteil der Unternehmen, die keinen Vorteil gegenüber proprietärer Software sehen, von 16 auf 9 Prozent. Dennoch bleibt der Einsatz von Open Source insgesamt konstant bei 64, 59 und 63 Prozent in den vergangenen Jahren. Der gesamte Bericht steht hier zur Verfügung: Open Source Monitor 2025.
Eine weitere Statistik zeigt jedoch, dass proprietäre Anbieter weiterhin dominieren. Microsofts Windows-Betriebssystem erreichte in Deutschland im Januar 2026 bei den Desktop-Betriebssystemen einen Marktanteil von rund 66 Prozent. Linux, ein Open-Source-Betriebssystem, lag mit rund 5 Prozent weit darunter.
Open-Source und proprietäre Systeme
Was bedeutet eigentlich Open Source und proprietäre Software? Es folgt eine kurze Begriffserläuterung.
Proprietäre Software
Bei proprietärer Software ist der Quellcode nicht öffentlich zugänglich. Er ist urheberrechtlich geschützt und kann nur vom Entwickler eingesehen und verändert werden. Nutzer erwerben eine Lizenz zur Nutzung, erhalten jedoch keinen Einblick in den Code. Beispiele sind Microsoft Office, Adobe Photoshop oder das Betriebssystem Windows.
Open Source Software
Open Source bedeutet, dass der Quellcode öffentlich zugänglich ist und von Dritten eingesehen, verändert und weitergegeben werden kann. Die Open Source Initiative definiert zehn Kriterien, die für echte Open-Source-Software erfüllt sein müssen, darunter freie Weitergabe und die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Bekannte Beispiele sind der Webbrowser Firefox und das Betriebssystem Linux.
LiMux - Das Beispiel München
Ein bekanntes Beispiel für den Einsatz von Open Source ist die Stadt München. 2004 beschloss der Stadtrat die Migration der städtischen Arbeitsplatzrechner auf Linux. Das Projekt trug den Namen „LiMux“. Hintergrund war unter anderem das bevorstehende Supportende von Windows NT4. In den folgenden Jahren wurden rund 80 Prozent der Rechner auf eine eigene Linux-Distribution umgestellt. 2012 kam jedoch die Wende: Der damalige Wirtschaftsreferent Dieter Reiter holte das neue Deutschland-Hauptquartier von Microsoft nach München. Später wurde er Oberbürgermeister und sprach sich wegen technischer Probleme für eine Rückkehr zu Microsoft-Produkten aus. Einen Zusammenhang mit dem Umzug des Hauptquartiers bestritt er.
In der Folge ging die Zahl der Open-Source-Desktops zurück und das Projekt wurde weitgehend beendet. Dennoch setzt München weiterhin auf Open Source. Rund 300 digitale Dienstleistungen stehen heute zur Verfügung, etwa 100 davon basieren auf Open-Source-Software. Seit 2024 muss die Stadt München bei neuen Projekten prüfen, ob eine Open-Source-Alternative möglich und sinnvoll ist.
Auch andere Regionen verfolgen diesen Ansatz. Schleswig-Holstein veröffentlichte im November 2024 eine „Open Innovation und Open Source Strategie“ und betonte die Bedeutung digitaler Souveränität für die Verwaltung.
Vor- und Nachteile proprietärer und Open-Source-Systeme
Die Entscheidung zwischen Open Source und proprietärer Software ist aber mehr als eine technische Frage. Sie berührt Kosten, Kontrolle, Innovationskraft und die strategische Ausrichtung einer Organisation.
Kosten
Open Source punktet zunächst bei den Kosten. Die Software ist häufig kostenlos oder zu geringen Preisen erhältlich. Lizenzgebühren entfallen in vielen Fällen. Das verschafft besonders Start-ups und kleinen Unternehmen finanziellen Spielraum. Auch der Support aus der Community ist oft kostenfrei zugänglich. Für die Wartung sollte man aber einen Vertrag mit einem Dienstleister haben.
Proprietäre Systeme arbeiten hingegen mit klar definierten Lizenzmodellen. Möglich sind Einmalzahlungen, Abonnements oder Freemium-Varianten. Die Kosten variieren je nach Anbieter und Funktionsumfang. Dafür erhalten Unternehmen in der Regel ein Gesamtpaket aus Software, Integration, Service und Updates. Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis, dass Lizenzen nicht immer vollständig genutzt werden. Lauteinem Bericht des Dienstleisters CoreView bezahlen z.B.Office 365-Kunden zu viel Geld für ihre Lizenzen. Bei schwachen Richtlinien zum Lizenzmanagement sind mehr als die Hälfte der Lizenzen inaktiv, nicht zugewiesen, überdimensioniert oder untergenutzt. Die Ergebnisse basieren auf der Analyse von fünf Millionen Kundendaten.
Transparenz und Sicherheit
Der offene Quellcode von Open Source schafft Transparenz. Wer über technisches Know-how verfügt, kann Funktionen nachvollziehen und Sicherheitslücken identifizieren. Dadurch, dass es eine aktive Open-Source-Community gibt, können viele Beteiligte den Code prüfen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, Schwachstellen frühzeitig zu entdecken und zu beheben. Gleichzeitig kann ein offener Code von Hackern missbraucht werden kann. So können Endpunktkonfigurationen des Quellcodes von Ihnen auf Sicherheitslücken analysiert und Angriffe durchgeführt werden. Des Weiteren sind Updates abhängig von der Community und im Falle von Problemen kann es zu einer mangelnden Haftung kommen. Also wichtig ist zu prüfen, dass die Community aktiv ist.
Bei proprietärer Software bleibt der Quellcode beim Anbieter. Dadurch kann höhere Sicherheit gewährleistet sein, da der Code durch negative Fremdeinwirkungen ausgeschlossen wird. Der Anbieter hat in der Regel ein festes Team, was für die Sicherheit verantwortlich ist. Mithilfe der professionellen Unterstützung können Sicherheitslücken schneller behoben werden sowie regelmäßig Updates und Patches bereitgestellt werden. Letzteres können nicht nur für Funktionen und Verbesserungen sorgen, sondern Sicherheitpatches können Software vor Bedrohungen schützen. Zudem handelt es sich bei den Anbietern um belangbare Unternehmen, was das Risiko einer Zusammenarbeit reduziert.
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
Open Source bietet eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Unternehmen können Funktionen ergänzen oder entfernen, das Design verändern oder die zugrunde liegende Struktur der Software anpassen. Der offene Quellcode ermöglicht es, individuelle Anforderungen technisch umzusetzen. Dadurch kann eine Lösung entstehen, die auf die eigenen Anforderungen zugeschnitten ist.
Im Gegensatzdazu sind proprietäre Systeme stärker standardisiert aufgebaut. Anpassungen sind meist nur im vorgesehenen Rahmen möglich. Unternehmen nutzen das, was der Anbieter bereitstellt. Dadurch entsteht eine höhere Abhängigkeit gegenüber dem Anbieter. Die kann wiederum problematisch werden, wenn das Unternehmen die Softwareeinstellt oder Konkurs anmelden muss.
Entwicklung und Innovation
Bei Open-Source-Software gibt es Support-Foren, in denen Nutzer Erfahrungen austauschen. Durch diesen Austauschlernen sie voneinander, und es entstehen neue Ideen sowie Verbesserungen. Open-Source-Distributionen sind meist zuverlässig in Bezug auf Sicherheit, Robustheit und Performance. Es bleibt jedoch fraglich, ob individuelle Anpassungen für den eigenen Bedarf wirklich die allgemeine Innovation steigern. Darüber hinaus hat Open-Source-Software oft Schwierigkeiten, Forschung und Entwicklungsinvestitionen zu erhalten.
Proprietäre Systeme investieren hingegen regelmäßig in Forschung und Entwicklung und bringen so neue, vollständig getestete Produkte auf den Markt. Diese werden professionell entwickelt und erst veröffentlicht, wenn sie getestet und voll funktionsfähig sind. Auch Anbieter proprietärer Softwarebetreiben mit Kunden und Partnern Community-Foren, die Innovationen fördern können.
Community und Support
Open-Source-Projekte werden oftmals von einer aktiven Community unterstützt. In Support-Foren können Fragen gestellt und Antworten gegeben werden. Die Community kann Feedback geben und wertvolle Unterstützung leisten. Von diesen Beiträgen profitieren auch Nutzer, die ein ähnliches Problem haben und nach Lösungen suchen. Manchmal ist die Hilfe der Community sogar schneller als kommerzieller Support. Um jedoch Antworten zu geben und Wissen teilen zu können, müssen Nutzer Programmierungskenntnisse besitzen, was nicht immer gegeben ist und vor allem bei kleinen Organisationen herausfordernd sein kann. Zudem gibt es keine Garantie, dass man eine Antwort erhält, besonders bei sehr spezifischen Problemen.
Bei proprietärer Software sieht es anders aus: Hier steht ein fester Ansprechpartner oder ein Team von Fachleuten zur Verfügung, die schneller und professionelleren Support leisten können. Insgesamt wird ein ständiger, professioneller Support gewährleistet. Das Customer Service Level steigt deutlich. Viele Anbieter bieten zudem Schulungen an, damit Unternehmen die Software besser verstehen.
Benutzerfreundlichkeit und Einarbeitungszeit
Bei Open-Source-Software ist die Benutzerfreundlichkeit oft geringer. Die Community testet die Usability, und Rückmeldungen helfen, die Software zu verbessern. Allerdings fehlen oft ausführliche Anleitungen, und ein Usability-Experte ist meist nicht verfügbar. Viele Programme sind technisch anspruchsvoll und erfordern Vorwissen. Daher kann die Einarbeitungszeit insgesamt länger dauern, da Nutzer mit mangelndem technischem Vorwissen sich mit dem System vertraut machen müssen.
Anbieter proprietärer Software führen hingegen professionelle Usability-Tests durch. Es gibt detaillierte Anleitungen, Schulungen und Support. Dadurch ist die Benutzerfreundlichkeit höher, und die Einarbeitungszeit kürzer, da kommerzielle Anbieter viel in eine intuitive Oberfläche investieren. Technisches Vorwissen seitens der Nutzer ist nicht erforderlich, da dieses vom Anbieterbereitgestellt wird.
Abschließend werden die wichtigsten Punkte in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Ergebnis: Open Source kann Abhängigkeiten abbauen
Open-Source-Software bringt Vor- und Nachteile mit sich. Eine pauschale Bewertung ist nicht möglich, da die Entscheidung von individuellen Anforderungen abhängt.
Fest steht jedoch, dass Open Source einen Beitrag zur digitalen Souveränität leisten kann. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, braucht es eine klare Strategie. Laut Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst bedeutet das, Ziele zu definieren, Zuständigkeiten festzulegen und Ressourcen bereitzustellen.
Jalios setzt mit Jalios Open Suite auf Souveränität
Jalios Open Suite ist eine souveräne, cloudbasierte kollaborative Bürosuite, die als umfassende Alternative zu Microsoft 365 konzipiert wurde. Sie kombiniert die Jalios Workplace-Plattform mit bewährten Open-Source-Komponenten wie BlueMind für E-Mail und Kalender sowie OnlyOffice für die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten, Tabellen und Präsentationen. Ergänzt wird das Ganze durch integrierte Tools wie Jitsi-basierte Videokonferenzen, Instant Messaging, Aufgabenmanagement, Dokumenten-Explorer, Communities, Wikis, Formulare, Umfragen und KI-gestützte Funktionen – alles in einer einheitlichen Oberfläche.
Warum bietet Jalios Open Suite an?
Jalios hat die Suite Anfang 2024 vorgestellt, um der wachsenden Nachfrage nach digitaler Souveränität nachzukommen. Viele Unternehmen und Behörden wollen unabhängiger von US-Anbietern werden, um DSGVO-Konformität zu sichern, Vendor Lock-in zu vermeiden und vor extraterritorialen Gesetzen wie dem US Cloud Act oder FISA geschützt zu sein. Statt Kunden zwingen zu lassen, selbst Open-Source-Bausteine zu kombinieren, liefert Jalios ein fertiges „Out-of-the-Box“-Paket: gehostet in Frankreich (optional SecNum Cloud-zertifiziert via 3DS Outscale oder OVH),skalierbar als SaaS und bereits bei über 500 Kunden erprobt, darunter die französische DINUM mit 240.000 Nutzern.
Vorteile im Überblick
Der Open-Solution-Ansatz macht den Unterschied: Jalios übernimmt als Herausgeber die Auswahl, Integration und Pflege der Komponenten, sodass Nutzer von getesteten Lösungen profitieren, ohne Integrationsstress.
- Souveränität: Daten bleiben in Europa, hohe Sicherheitsstandards (ISO 27001, CSPN), nahtlose Interoperabilität mit Outlook oder SharePoint.
- Funktionalität: Deckt E-Mail, Co-Editing, Chat, Tasks (besser als MS Planner), Videos und mehr ab – oft mit Zusatzfeatures wie kollaborativer Überwachung oder Prozessworkflows.
- Offenheit: Über 50 Konnektoren, No-Code-Erweiterungen via Marketplace, schrittweiser Wechsel möglich (z. B. erst Intranet, dann E-Mail).
- Effizienz: Geringerer TCO durch OPEX-Modell, mobile Apps, KI für Zusammenfassungen und Suche
Kurz: Open Suite bringt die Freiheit von Open Source in eine sofort einsetzbare Suite – ohne Kompromisse bei Funktionalität oder Sicherheit.