
Kommunikation im Unternehmen
Der Prozess des Informationsaustausches
Informationen teilen statt Horden: Informationsaustausch geschieht durch vielzählige Medien und ist sowohl im Privat- als auch im Berufsleben unausweichlich. So unausweichlich, dass wir kaum noch über den Vorgang nachdenken, der dahintersteckt.
Wenn die Kommunikation klar abläuft, schließt sich der Kreis im sogenannten Kommunikationsmodell ohne Störung. Der Sender oder die Senderin schickt eine bestimmte Botschaft an die Empfängerin oder den Empfänger über ein Medium. Damit das Senden allerdings funktioniert, muss die Botschaft eine bestimmte Codierung haben, damit der Empfänger oder die Empfängerin diese verstehen kann.
Soweit so theoretisch. Im Berufsleben gibt es für den Informationsaustausch einen relativ einfachen Begriff: Kommunikation im Unternehmen. Hin und wieder taucht auch der Begriff der internen Kommunikation auf, was im Grunde genommen das Gleiche bedeutet. In unserem Blogbeitrag schauen wir uns die Kommunikation in Unternehmen einmal genauer an.
Was Sie heute erwartet
- Wir klären auf, was Kommunikation im Unternehmen ist
- Welche grundlegenden Modelle und Theorien dazu existieren
- Welche verschiedenen Arten der Kommunikation in Unternehmen es gibt
- Welche Mittel es für die Kommunikation in Unternehmen gibt
- Welche wirtschaftliche Bedeutung eine intakte Kommunikation im Unternehmen hat
Was bedeutet eigentlich Kommunikation im Unternehmen?
Kommunikation im Unternehmen ist der Vorgang des Informationsaustausches in einem Unternehmen, beziehungsweise zwischen den Personen in einem Unternehmen. Daraus ergeben sich gleich verschiedene Aspekte, die im Zusammenhang mit dieser Bezeichnung zu beachten sind:
- Findet die Kommunikation tatsächlich nur intern statt? Oder durchschneidet die Botschaft beim Versenden gegebenenfalls auch öffentliche Bereiche, sodass dieser auch von Externen wahrgenommen werden kann?
- Welche Rollen tauchen unter den Kommunikationsteilnehmern und -teilnehmerinnen auf?
- Was für ein Inhalt soll übermittelt werden?
- Für wen ist die Information bestimmt?
- Sollen sich Mitarbeitende untereinander auch privat zur Verfeinerung von zwischenmenschlichen Beziehungen austauschen, beziehungsweise findet diese Kommunikation außerhalb der Arbeitszeiten statt?
- Welche Mittel verbinden die Sender und Empfänger? Wie läuft die Codierung der Information ab?
Welche Modelle und Theorien zur Kommunikation gibt es?
Es gibt einige Modelle und Theorien zur Kommunikation. Für die Kommunikation im Unternehmen spielen vor allem folgende drei Hauptmodelle eine zentrale Rolle:
1. Das Eisbergmodell
Das Eisbergmodell ist eines der grundlegenden Modelle für die Kommunikation auf der Sachebene und auf der Beziehungsebene. Diese erklärt, dass von dem gesamten Vorgang einer Kommunikation nur ein kleiner Bereich „zu sehen ist“. Vergleichbar wäre das mit der Spitze eines Eisberges, deren tieferer Teil im Wasser eingetaucht ist. Der größere Teil verbleibt verborgen. So ist es bei den Sachthemen oder Sachverhalten, die kommuniziert werden. Diese Sachen werden gleichzeitig auch immer von dem Beziehungsmotiv zwischen den verschiedenen Parteien einer Kommunikation überlagert. Das ist auch der Grund, warum eine objektive Kommunikation über gewisse Sachverhalte oftmals nicht oder nur eingeschränkt möglich ist.
2. Das Vier-Ohren-Modell
Eines der bekanntesten Kommunikationsmodelle ist das Vier-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun. Es definiert vier verschiedene Ebenen einer Kommunikation:
- Sachebene
- Selbstoffenbarungsohr
- Beziehungsohr
- Appellohr
Auf der Sachebene wird die reine Sachinformation behandelt. Auf der zweiten Ebene, dem Selbstoffenbarungsohr, dreht es sich um die Information, die das Selbstbild bzw. die Sender und Senderinnen über sich selbst geben. Es geht in diesem Punkt also darum, dass Empfangende eine bestimmte Information zu erkennen vermeinen, die etwas über den Sender beziehungsweise die Senderin aussagt.
Die dritte Ebene, das Beziehungsohr, sagt aus, was die Botschaft zur emotionalen Verbindung zwischen den beiden Kommunikationsteilnehmenden mitübermittelt. Hierin sind verschiedene Signale zu finden, beispielsweise sympathische, antipathische, formelle, herzliche, von oben herab kommunizierende oder einlullende Botschaften.
Auf der vierten Ebene, dem sogenannten Appellohr, kommt der Aufforderungscharakter mit hinein. Was möchten die Senderin oder der Sender mit der Botschaft übermitteln? Welche Wirkung versprechen sich die Senderin und der Sender davon? Klassisches Beispiel zur Erklärung des Modells ist die Verkehrssituation. Ein junger Mann sagt am Steuer zu seiner Frau auf dem Beifahrersitz: „Du, die Ampel ist grün.“ Auf der Sachebene sagt der Fahrer, dass die Ampel auf grün geschaltet hat, womit theoretisch ein freier Weg vorhanden ist, die Straße weiter zu befahren. Auf der Selbstoffenbarungs-Ebene sagt der Fahrer, dass er es nun bemerkt hat — und ein führiger Beifahrer ist. Auf der Beziehungsebene sagt der Fahrer aus, dass er ohne die Hilfe seiner Frau nicht zurechtkommen würde. Und auf der Appell-Ebene fordert der Mann seine Frau am Steuer auf, ja jetzt loszufahren, da die Ampel grün geworden ist.
3. Die Fünf Axiome der Kommunikation nach Watzlawick
Watzlawick hat in seinen „Fünf Axiomen der Kommunikation“ einige Erkenntnisse zur Kommunikation und der Bedeutung verschiedener Voraussetzungen festgehalten. Die fünf Axiome lauten:
- Man kann nicht nicht kommunizieren.
- Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei letzterer den ersteren bestimmt.
- Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.
- Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.
- Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär, je nach dem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht.
Welche Arten der Kommunikation in Unternehmen gibt es?
Es gibt einige verschiedene Arten der Kommunikation in Unternehmen, deren Bedeutung wir hier kurz aufgreifen werden. Die Hauptarten der Kommunikation in einem Unternehmen sind:
1. Top-Down-Kommunikation
Die Top-Down-Kommunikation läuft, wie der Name schon sagt, von oben nach unten. Sie definiert die Kommunikation von der Führungsebene zu der Belegschaft. Das können einerseits unwichtigere Botschaften wie persönliche Gespräche bei einem Kaffee sein. Oftmals geht es in der Top-Down-Kommunikation aber tatsächlich vor allem um Botschaften zur Organisation des Unternehmens an die Mitarbeitenden, die schnellstmöglich verbreitet werden müssen. Sie kennen das vermutlich.
Was für Mittel sich dazu eignen, erfahren Sie im nächsten Blogartikel.
2. Bottom-Up-Kommunikation
Wie der Name schon sagt, ist die Bottom-Up-Kommunikation der direkte Gegensatz zur Top-Down-Kommunikation und läuft von der Belegschaft zur Führungsebene. Auch dieser Punkt wird im nächsten Blogbeitrag aufgegriffen, sodass nicht nur eine Vorstellung dafür entstehen kann, was Bottom-Up-Kommunikation bedeutet, sondern auch welche Tools sich dafür eignen.
3. Bidirektionale Kommunikation
Bei der bidirektionalen Kommunikation passieren — gleichzeitig oder im wechselnden Takt — die Top-Down- und die Bottom-Up-Kommunikation. Mehr dazu lesen Sie in unserem übernächsten Beitrag.
Welche wirtschaftliche Bedeutung hat eine intakte Kommunikation im Unternehmen?
Wir wollten zur Erklärung des Ablaufs der Kommunikation in einem Unternehmen einen kleinen Blogartikel verfassen. Vor allem die wirtschaftliche Bedeutung einer Kommunikation in einem Unternehmen ist beeindruckend. Schon allein die Bedeutung der Kommunikation und das damit zusammenhängende Auftreten von Mitarbeitenden führen oftmals zu Geschehnissen oder Effekten, die den Erfolg eines Unternehmens zu einem riesigen Teil beeinflussen. Aus diesem Grund werden wir in den nächsten Blogartikeln verschiedene Aspekte der Kommunikation aufgreifen.